Befüllen/Entlüften
Kühlkreislauf Befüllen und Entlüften
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Sonntag, 13. März 2005
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Befüllen/Entlüften
Nach Kühlermontage und Verschlauchung gelangen wir zum letzten Vorgang, der Befüllung und die Entlüftung des Wasserkühlsystems.
Vor garnicht allzulanger Zeit wurden Wasserkühlsysteme noch anhand Stunden bzw. Tagelanger Tests auf Dichtheit geprüft. Logisch - geht hier schliesslich um die heilige Hardware welche sehr oft ziemlich teuer war. In dieser Hinsicht hat sich allerdings etwas geändert, denn seriöse Hersteller gewährleisten 100 prozentige Dichtheit auf Kühler und Komponenten.
Doch die Dichtheit der Komponenten allein ist nur die 50-prozentige Dichtheit in der Praxis. Die Person welche den Kreislauf einbaut, muss auch sauber am Werk sein. Ein Kühler der 100% Dicht ist hilft wenig, wenn der Schlauch schief geschnitten wurde, oder nicht richtig auf der Verschraubung sitzt.
Wir gehen von einer sauberen Verschlauchung, einem seriösen Hersteller, einem Ausgleichsbehälter (dessen Typ noch unbedeutend ist), einer Pumpe und eingebundenen Kühlelementen aus.
Rund um Wasser, Kühler und die Korrosion
Ein bischen "trockene" Theorie bevor wir nun wirklich zum planschen im echtem Kreislauf beginnen.
In "Mischsystemen" wie wir sie heute vorfinden, kommen verschiedene Metalle zum Einsatz. Aluminium und Kupfer sind die meist verbreitesten. Bei dem Einsatz von "normalen Leitungswasser" entsteht Korrosion. Das ist auf das elektrochemisches Potential, der unterschiedliche Elektronendruck der eingesetzten Metalle, zurückzuführen. Am ehesten ist das mit einer Autobatterie zu vergleichen. Dieser unterschiedliche Elektronendruck der Metalle hat den Effekt, dass elektrische Spannung ensteht und zudem ein elektrischer Strom fließt, welcher die Elektronen vom unedlem Metall (Aluminium) zum edlem Metall (Kupfer) "sendet". Der Strom kann fließen da eine leitende Verbindung gegeben ist: Wasser. Das Aluminium oxidiert, brutal gesagt es stirbt.
Um dies zu verhindern ist es unbedingt notwendig einen Schutz für seinen Kühlkreislauf zu verwenden. "Destiliertes" Wasser (wie es oft genannt wird) reicht da nicht ganz aus, da selbst dieses noch Salze enthält. Es muss ein spezieller Zusatz sein der für die Anforderungen einer Wasserkühlung im PC gerecht ist. innovaProtect ist derzeit der einzige Zusatz der Korrosion verhindert (minimalst leitend) und Biobefall (z.B. Algen) garnicht zulässt.
Hier kann man eine korrodierte innovacool Rev.3 sehen:
Wenn man UV-Wasserzusätze und andere nicht zugelassene Wasserzusätze oder einfach nur normales Leitungswasser verwendet, wird Euer Kühler auch so enden. Darum vorsorgen und innovaProtect richtig verwenden.
Benötigt für die Befüllung
Typ A:
destiliertes Wasser, innovaProtect Konzentrat 250ml;
Typ B:
innovatek Protect Anwendermischung 1l;
Typ C:
Leitungswasser, innovatek Protect PRO;
Alle Typen führen auf das selbe Ergebnis. Wir empfehlen Typ B - ausreichend für einen Wasserkühlkreislauf welcher nicht überdimensioniert ist. Wird mehr Wasser benötigt, mit Mischungsverhältnis von ca. 1:3 (innovaProtect:Wasser) mischen.
Die Anwendermischung kann direkt in den Kreislauf eingeleert werden - keine weiteren Mischungen erforderlich.
Ist die Mischung fertig, kanns auch schon los gehen.
Die Befüllung
Zuerst muss man sicher gehen, dass die Pumpe nicht trocken läuft - läuft sie doch trocken, so kann eventuell die Welle des Läufers brechen, da diese ohne Wasser sehr unruhig läuft.
Besitzt man einen "Plug-On" Ausgleichsbehalter den man direkt an die Pumpe anstecken kann, hat sich das Problem der Befüllung schon sogut wie gelöst.
Wenn jedoch ein externer bzw. ein "aussergewöhnlicher" Ausgleichsbehälter vorhanden ist, kann es je nach Positionierung zu Problemen kommen.
Sitzt der Ausgleichsbehälter niedriger als die Pumpe, muss man den Schlauch an einer geeigneten Stelle trennen, den externen Behälter füllen, in Druckrichtung am Schlauch saugen bis man sieht, dass das Wasser in die Pumpe fließt. Ideal wäre wenn man das Wasser schon Druckseitig kommen sieht.
Danach den Schlauch wieder verbinden, je nach Pumpentyp Stecker einstecken oder ATX-Überbrückungsadapter verbinden und Wasser nachfüllen, bis das System komplett befüllt ist.
Die Entlüftung
Je nach Kreislauf (Konvektoren, Radiatoren, spezielle Kühler usw. eingebunden) kann es eine Zeit lang dauern bis das System komplett entlüftet ist.
Man sollte das Gehäuse am besten ein paar mal ordentlich durchschütteln, in alle Richtungen ein paar mal, bis kein "zischen" mehr zu hören ist.
Wichtig: Bei dem "Schüttelmanover" sollte man bei Verwendung von Plugon-Ausgleichsbehälter aufpassen: Deckel geschlossen halten - Gefahr von Wasserlache im PC.
Mit externen Tanks ist dieser Vorgang wesentlich angenehmer, da der Tank nicht unbedingt komplett voll mit Wasser sein muss und man den Deckel geöffnet lassen kann.
Komplett entlüften kann man am ersten Tag selten, mit der Zeit (bis zu einigen Woche) entlüftet sich jedoch das System hin und wieder selbst, was man auch am "zischen" hören kann. Die Luft entweicht in den Ausgleichsbehälter.
Wird nicht ordentlich entlüftet, so kann dies eine Ursache für Kühlleistungsprobleme und Korrosionsschäden sein.
Ein unentlüftetes System kann man an einer lauten, unruhigen Pumpe erkennen.
Erweiterungen
Wenn weitere Kühlelemente in ein befülltes System eingebunden werden sollen muss nicht gleich der gesammte Kreislauf geleert werden. Sicherstellen das alle Ausgleichsbehälter fest verschlossen sind. Das Schlauchende welches dem neuem Element am nächsten sein soll trennen, und Wasser ein wenig auslaufen lassen. Auf das bestehende Element wo gerade der Schlauch abgezogen wurde ein "Endstück" aufstecken
Das andere Schlauchende entweder auf das neue Element zurechtschneiden oder komplett austauschen. Nun zieht man das zugeschnittene Schlauchstück auf, und hält das Ende des Schlauches mit dem Daumen zu, entfernt das Endstück vom Element und verbindet es schnell mit dem Schlauch. Vorher aber nicht die Überwurfmutter der Einschraubverschraubung vergessen!
Danach alles kontrollieren, Ausgleichsbehälter öffnen und bereit halten um Wasser nachzufüllen. Pumpe einschalten, nachfüllen, entlüften, fertig.
Hinweise am Rande
- Ein Wasserwechselzyklus ist eigentlich nicht definierbar. Es ist jedoch empfohlen das Wasser nach ca. 2 bis 3 Jahren zu wechseln. Notwendig ist das allerdings nicht.
- Fällt jemanden nach einiger Zeit ein "weißer Schleim" im Kreislauf auf, der sich z.B. meistens im Ausgleichsbehälter zeigt, die Ruhe bewahren - es lebt nicht! Das sind Ablagerungen vom innovaProtect und sollten überhaupt keinen Grund zur Sorge geben.
- Sinkt der Wasserstand im Ausgleichsbehälter bedeutet das nicht automatisch "undichter Kreislauf". Nach einiger Zeit verdunstet das Wasser - das ist ein ganz natürlicher Vorgang. Von daher empfehlen wir regelmäßig die Überprüfung des Wasserstandes bzw. der Nachfüllung von Kühlflüssigkeit.
- Um nicht nur derzeit sondern auch in Zukunft einen sicheren Kreislauf haben zu können, sollte man sich die Anschaffung eines innovatek "Fan-O-Matic" Controllers überlegen. Dieser ist nicht nur für die Überwachung des Kreislaufes da (richtige Temperatur, vorhandener Durchfluss, usw.) sondern auch für die Regelung und Visualisierung - und das nicht nur auf den Wasserkreislauf bezogen!
- Grössere Projekte wie z.B. Serversysteme benötigen oft redunante Komponenten wie z.B. Netzteile. Es ist auch möglich ein redunantes Pumpensystem aufzubauen - fällt eine Pumpe aus übernimmt die "Backup-Pumpe" die Arbeit. Es ist sogar möglich den Betreiber über diesen Ausfall per SMS zu benachrichtigen.





















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